Technische Fallstudie
JourneyMind AI
JourneyMind AI ist ein System für Reise-Störungs-Entscheidungen. KI bereitet Kontext vor; ein deterministischer Entscheidungsmotor wertet Optionen gegen Constraints aus und liefert eine begründete Empfehlung. Gebaut beim Amadeus + Contentstack AI Hackathon.
Hintergrund
In der Reisebranche sind Störungs-Entscheidungen kosten- und vertragsrelevant. Reine KI-Antworten reichen nicht, weil sie nicht prüfbar sind. Ich wollte zeigen, dass man KI-Orchestrierung mit einem deterministischen, erklärbaren Entscheidungskern kombinieren kann — auch unter Hackathon-Zeitdruck.
Problem
Bei Reisestörungen müssen Operatoren Passagierkontext, Tarifregeln und Umbuchungsoptionen schnell abgleichen. Manuell ist das langsam und inkonsistent; ein rein generativer KI-Ansatz ist nicht nachvollziehbar und nicht prüfbar.
Ziele
- KI für Kontext- und Options-Vorbereitung, nicht für die finale Entscheidung
- Deterministischen, regelbasierten Entscheidungsmotor mit integrierter Begründung
- REST-API zwischen React-Frontend und FastAPI-Backend für einfache Integration
- End-to-End-Tests des primären Operator-Ablaufs mit Playwright
Architektur
Aktuelle Implementierung — basierend auf dem, was heute gebaut ist.
Technologie-Stack
React · TypeScript · Vite · Tailwind CSS · FastAPI · Python · REST APIs · Playwright
Technische Herausforderungen
- Trennung von probabilistischer KI-Orchestrierung und deterministischer Entscheidung
- Begründung als echter Output des Entscheidungsmotors, nicht nachträglich generiert
- Constraints so modellieren, dass sie maschinell evaluierbar und menschlich lesbar bleiben
- Hackathon-Umfang: Architektur vollständig, aber bewusst nicht alle Produktionsaspekte umgesetzt
Abwägungen
- Deterministischer Kern bietet Prüfbarkeit, aber weniger Flexibilität als ein End-to-End-Modell — für regulierte Domänen die richtige Wahl
- REST statt GraphQL/gRPC: kleine, lesbare Oberfläche ohne zusätzlichen Werkzeugaufwand; Transport ist hier nicht der Engpass
- Erklärbarkeit erfordert mehr Datenpflege, aber sie ist der Hauptwert des Systems
- Hackathon-Umfang: Architektur und Kernabläufe sind vollständig; Auth, Lasttests und Live-Daten-Integration sind entworfen, aber nicht implementiert
Erkenntnisse
- Determinismus allein garantiert keine Erklärbarkeit — Begründung muss im Entscheidungsprozess entstehen
- KI-Orchestrierung außerhalb des finalen Entscheidungsschritts hält das System prüfbar
- End-to-End-Tests des Operator-Ablaufs decken mehr auf als isolierte Unit-Tests
- Explizite Constraints sind im regulierten Kontext wertvoller als implizite Modell-Flexibilität
Aktueller Status
Hackathon-Build mit vollständiger Architektur und Kernabläufen — ohne Live-Daten-Integration oder Produktionshärtung.
Zukünftige Verbesserungen
- Produktionshärtung: Auth, Rate-Limiting, Beobachtbarkeit, Resilienz
- Live-Daten-Integration für Störungen, Tarife und Umbuchungen
- Konfigurierbare Constraints ohne Code-Änderung
- Audit-Log für Empfehlungen und manuelle Überschreibungen
Geschätzte Meilensteine
- Q3 2026 — Auth und grundlegende Beobachtbarkeit
- Q4 2026 — Konfigurierbare Constraints und Audit-Log
- Q1 2027 — Live-Daten-Integration und Lasttests